
Aktuelle Entwicklungen in der ambulanten Psychotherapie
Ab 2027 ändern sich die finanziellen Rahmenbedingungen für psychotherapeutische Behandlungen. Der Bundestag hat inzwischen wichtige Ausnahmen beschlossen. Wir informieren Sie darüber, was bekannt ist und was die Änderungen für Patientinnen und Patienten bedeuten können.
Welche konkreten Auswirkungen sich daraus auf Therapieplätze und Wartezeiten ergeben, ist derzeit noch nicht abschließend absehbar.
Verschiedene psychotherapeutische Berufsorganisationen kritisieren die gesetzlichen Änderungen und setzen sich weiterhin für Verbesserungen ein. Am 15. Oktober 2026 hat der Bundestag bereits wichtige Nachbesserungen beschlossen. Diese sehen unter anderem Ausnahmen von der Budgetierung für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen, bestimmte Leistungen für schwer psychisch erkrankte Menschen sowie dringliche Behandlungsfälle vor. Die Ausnahmen sind teilweise an bestimmte Voraussetzungen gebunden. Das weitere Gesetzgebungsverfahren und Einzelheiten der Umsetzung sind noch nicht abgeschlossen.
Psychotherapeutische Berufsverbände hatten hierzu bereits im August 2026 gemeinsame Vorschläge vorgelegt. Sie setzen sich weiterhin für eine bedarfsgerechte Finanzierung und die langfristige Sicherung der psychotherapeutischen Versorgung ein.
Weiterführende Informationen sowie Möglichkeiten zur politischen Beteiligung finden Interessierte bei den unten verlinkten Organisationen.
Ob und in welcher Form Sie sich beteiligen möchten, ist selbstverständlich Ihre persönliche Entscheidung und hat keinerlei Einfluss auf Ihre Behandlung bei uns.
Stand: 23. Oktober 2026
Was bedeutet das für meine Behandlung?
Für laufende Behandlungen bei VIAVIE ergeben sich derzeit keine unmittelbaren Änderungen.
Für genehmigte Einzel- und Gruppentherapien, die am 31. Dezember 2026 noch nicht abgeschlossen sind, hat der Bundestag einen besonderen Schutz vor Honorarbegrenzungen oder -minderungen bis zum Ende der jeweiligen Therapie beschlossen.
Sobald konkrete Auswirkungen auf unsere Versorgung feststehen, informieren wir Sie rechtzeitig und transparent.
Aktuelle Informationen zur psychotherapeutischen Versorgung
Neue gesetzliche Regelungen können ab 2027 dazu führen, dass psychotherapeutische Behandlungen wieder nur innerhalb begrenzter Budgets finanziert werden.
Für Patientinnen und Patienten kann das bedeuten:
- weniger verfügbare Behandlungsplätze,
- längere Wartezeiten,
- weniger Kapazitäten für neue Behandlungen,
- schlechtere wohnortnahe Versorgung.
Wichtig: Für laufende Behandlungen ändert sich derzeit nichts unmittelbar. Sobald konkrete Auswirkungen für unsere Patientinnen und Patienten feststehen, informieren wir transparent und frühzeitig.
Was ist passiert?
- Ab 1. April 2026 Die Vergütung psychotherapeutischer Leistungen sollte um 4,5 Prozent abgesenkt werden.
- 9. Juli 2026 Ein Gericht stoppte die Honorarkürzung vorläufig im Eilverfahren. Das Hauptverfahren ist noch nicht abgeschlossen.
- 10. Juli 2026 Der Bundestag beschloss das neue GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz mit erheblichen Folgen für die psychotherapeutische Versorgung.
- 15. Oktober 2026 Der Bundestag beschließt Nachbesserungen und Ausnahmen für besonders schutzbedürftige Versorgungsbereiche.
- Ab 1. Januar 2027 Psychotherapeutische Leistungen sollen nach derzeitiger Rechtslage wieder mengenbegrenzt vergütet werden.
Was bedeutet Budgetierung?
Budgetierung bedeutet, dass für Behandlungen nur ein begrenzter Geldbetrag zur Verfügung steht. Reicht dieses Budget nicht aus, werden nicht mehr alle erbrachten Leistungen vollständig finanziert.
Für Patientinnen und Patienten bedeutet das: weniger finanzierte Behandlungen, weniger Therapieplätze und längere Wartezeiten. Wie genau die Budgetierung aussehen wird, ist noch nicht final entschieden.
Aktuell befürchten Praxen eine Einschränkung für GKV-Patient:innen von 20 %!
Warum betrifft das auch Patientinnen und Patienten?
Psychotherapeutische Behandlungen sind zeitgebunden und lassen sich nicht beliebig beschleunigen oder verkürzen.
Wenn Praxen einen Teil ihrer Leistungen nicht mehr vollständig vergütet bekommen, müssen sie ihre Kapazitäten möglicherweise reduzieren. Langfristig kann dies zu weniger Praxen, weniger Behandlungsplätzen und einem erschwerten Zugang zu Psychotherapie führen.
Was können Sie tun?
Sie können dazu beitragen, die möglichen Folgen für die Versorgung sichtbar zu machen:
- Schreiben Sie Abgeordnete aus Bundestag und Landtag an. (Ein Anschreiben können Sie ganz einfach hier generieren.)
- Informieren Sie lokale Medien, Redaktionen oder Podcasts.
- Sprechen Sie Politikerinnen und Politiker bei Bürgersprechstunden oder öffentlichen Veranstaltungen an.
- Teilen Sie sachliche Informationen mit anderen Menschen. Jede geteilte Information kann helfen.
Weitere Informationen und Möglichkeiten zur Beteiligung
Beim Aktionsbündnis Psychotherapie finden Sie aktuelle Hintergründe, Argumentationshilfen und Unterstützung beim Verfassen von Nachrichten an politische Verantwortliche.
Q&A zu den Auswirkungen des GKV-BStabG
Informationen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zu den Auswirkungen des Spargesetzes:
https://www.kbv.de/praxis/tools-und-services/praxisnachrichten/2026/07-30/spargesetz-tritt-in-kraft-das-sind-die-auswirkungen-fuer-praxen
Psychotherapeutenkammer Berlin: aktueller Stand und Berliner Abgeordnetenhauswahl
Kassenärztliche Vereinigung Berlin: Informationen zum GKV-BStabG
Bundesgesundheitsministerium: GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz
